Sonntag, 16. Juni 2013

CD-Review: Notion Sound Collective - Until You Like the Blue


Info
Bandname: Notion Sound Collective
Albumname: Until You Like the Blue
Musikrichtung: Experimental/Crossover/Indie
Erscheinungsjahr: 2013
Label: Sunbase Records
Herkunft: Deutschland
Facebook: www.facebook.com/notionsound
Website: www.notionsound.com

Das dritte Review dieser Woche befasst sich mit der Hamburger Band Notion Sound Collective und deren neuem Album „Until You Like the Blue“. Das Konzept hinter dem Projekt ist einer der Gründe, warum ich mich letztendlich dazu entschlossen habe, ein Review über die Scheibe zu schreiben. Bei Notion Sound Collective handelt es sich nicht um eine Band, die einer klaren Linie folgt, sondern tut was immer den Mitgliedern gerade ein-/gefällt. Ein lobenswerter Ansatz in der vom Willen der Labels geprägten heutigen Musikszene.

Das Album beginnt unmittelbar mit dem Titeltrack, der sich von der rockigen Ecke zeigt und mich hier und da durch das spezielle Zusammenspiel von Gitarre und Bass an The Joy Formidable erinnert. Doch bereits bei „Patriarchy“ wird deutlich, dass es nicht durchgängig beim Rock bleiben wird. Den Titel könnte man musikalisch locker in die Old-School Hip-Hop-Szene (ich denke da speziell an die Beastie Boys) einordnen, während der Text gerade im Refrain in die politische Schiene schlägt. Insgesamt ein wirklich interessanter Beginn.

„Thors aeth a ne vae lou uie“ dagegen ist mit elektronischen Beats unterlegt und wirkt durch den Gesang sehr mystisch, was durchaus auch durch den Hall noch verstärkt wird. „Just for a Moment“ beginnt mit einem nachhallenden Gitarrenintro und mit Beginn der Percussion bekommt der Song ein Klangbild, das den Hörer in frühe Zeiten der Menschheit versetzt.

Mit „Beautiful Grey“ begibt sich Notion Sound Collective wieder in den Crossover-Bereich. Ein elektronisch anmutender Beat und leicht verzerrtes Picking, dazu der melancholische Gesang, befördern auch hier wieder ein interessantes Klangbild zutage. Der Song geht ungefähr ab der Hälfte in einer moderne Ballade über, die mit leicht progressivem Schlagzeugspiel und einem kleinen Solo zu überzeugen weiß. Mit „All We Do Is Just for the You in Us“ wird erneut ein vollkommener Wechsel vollzogen. Der Song erinnert mich teilweise an die erste Scheibe der amerikanischen Hip-Hop-Band Hollywood Undead und gehört mit zu meinen Favoriten auf „Until You Like the Blue“.

„Crystal“ erweckt einen sehr experimentellen Anschein, was gerade durch die atonalen Töne der Gitarre und deren leichtes Atempo bewirkt wird. Auch hier handelt es sich, wie bei „Just for a Moment“ um ein Instrumental. Mit „Tell Them About“ wird es wieder Zeit für eine Menge Effekte. Viel Hall auf dem Gesang und der stark an die 80er erinnernde Beat lassen den Hörer unter anderem an Depeche Mode denken.

„Ground Control“ wartet erneut mit einem sehr interessantes Intro auf. Von abgedämpften Beatbox-Klängen, bis hin zu Gitarrenpicking und weiteren interessanten Effekten ist alles vorhanden. Der Song wirkt gerade durch seine an den Dubstep-Künstler Skrillex erinnernden Effekte gegen Ende sehr modern, endet jedoch sehr plötzlich. „No Secrets Left“ ist erneut eines der kurzen Instrumentals, die einem auf der Scheibe immer wieder zwischendurch geboten werden.

Der letzte Song der Platte, „In the Long Run“ beginnt mit Herzklopfen und viel Hall auf Gesang und Gitarre, wodurch der Titel eine sehr melancholische Klangfärbung bekommt und gegen Ende sogar kurz an die ein oder andere depressiver anmutende Rammstein-Nummer erinnert. Ein sehr interessanter Abschluss (und definitiv „the right end“, um die letzten Zeilen des Songs zu zitieren) für „Until You Like the Blue“.

Fazit: Die Musikrichtung von Notion Sound Collective ist nicht deutlich erkennbar. Das soll aber nichts daran ändern, dass wir hier ein Album haben, das zwar viel Zeit benötigt und sicher auch hier und da für Kontroversen sorgen könnte und wird, aber gerade dadurch für uns auf New Rock Reviews zu einem Anwärter auf das Album des Jahres avancieren kann.

Hörtipps: „Until You Like the Blue“, „Patriarchy“, „All We Do Is Just for the You in Us“, „Ground Control“, „In the Long Run“

Bewertung: 9,5 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Until You Like the Blue
2. Patriarchy
3. Thors aeth a ne vae lou uie
4. Just for a Moment
5. Beautiful Grey
6. All We Do Is Just for the You In Us
7. Crystal
8. Tell Them About
9. Ground Control
10. No Secrets Left
11. In the Long Run

Besetzung:
Ole Per Heidorn
Arne Lübbert
Thomas Barth

Samstag, 15. Juni 2013

EP-Review: CUBE - Building Up



Info
Bandname: CUBE
Albumname: Building Up
Musikrichtung: Rock
Erscheinungsjahr: 2013
Label: keins
Herkunft: Deutschland
Facebook: www.facebook.com/cubesounds
Website: http://www.cubesound.de/

Mit CUBE kommt heute das zweite von drei Reviews diese Woche. Die Leipziger Rockband hat vor Kurzem ihre EP „Building Up“ veröffentlicht und unseren Fokus darauf gelenkt. Ob es sich lohnt?

Die Scheibe beginnt mit dem Song „Normal Life“ sehr rockig. Die Nummer kommt mit einigem Drive daher, der die Füße nicht ruhen lässt und besonders gegen Ende noch einmal ordentlich zulegt. Der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen muss: Der Bass ist für meinen Geschmack noch etwas zu leise (und für jeden Musiker unter uns, der sich jetzt wundert: Nein, ich bin kein Bassist).

Bei „Dead Guy“ ist der Bass viel präsenter, was man durchaus auch an der sehr basslastigen Gitarre festmachen kann. Der Titel selbst ist mein absoluter Favorit. Der Refrain bleibt durch seine Rhythmusstruktur einfach im Kopf hängen und die Nummer wird auch nach mehrmaligem Hintereinander-Hören nicht langweilig.

„Butterfly Delusion“ bietet richtig interessantes Songwriting, das mit einem konstanten Wechsel zwischen Cash- (in der Strophe) und Foo-Fighters-Einfluss (im Refrain) aufwartet und gegen Ende noch einmal mit einem richtig wuchtigen Solo nachlegt. Ein weiterer Song, der sich nahtlos in das abwechslungsreiche Song-Repertoire einfügt.

Auch „Doctor“ zeigt sich wieder von einer etwas anderen Seite. Besonders hervorzuheben sind hier der Drive im Refrain, der die selben Reaktionen hervorruft wie schon die ersten beiden Songs, und das erneut wirklich gelungene Solo. Cooler Titel und für mich der zweite Hörtipp auf „Building Up“.

„The Old Man and the Storm“ bietet eine etwas ruhigere Stimmung. Der Refrain lässt mich irgendwie an eine Südsee-Insel denken (wahrscheinlich zieht es den alten Mann aus dem Song genau auf diese). Gegen Ende scheint sich der Song noch einmal wie ein Sturm aufzubauen, allerdings finde ich es schade, dass die Jungs diesen Sturm nicht auch noch einmal losbrechen lassen haben, denn das hätte definitiv noch einmal für einen interessanten Wechsel innerhalb des Songs gesorgt.

Fazit: „Building Up“ ist eine EP für den klassischen Rock-Fan. Die Songs sind abwechslungsreich genug, jedoch gibt es in der Produktion hier und da etwas kleinere Kritikpunkte (so schwankt zum Beispiel bei „The Old Man and the Storm“ innerhalb des Songs die Lautstärke), aber da die Produktion keine allzu große Rolle in meinen Reviews spielt, gibt es von mir dafür keine allzu großen Punktabzüge. Bleibt nur zu sagen: Die EP ist empfehlenswert, da ich allerdings aufgrund ihrer Kürze nicht mehr als 6 Punkte geben würde, nicht höher zu bewerten.

Hörtipps: „Dead Guy“, „Doctor“

Bewertung: 5,5 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Normal Life
2. Dead Guy
3. Butterfly Delusion
4. Doctor
5. The Old Man and the Storm

Besetzung:
Gesang: Patrick G.
Gitarre: David D.
Bass: Roman B.
Percussion: Sebastian G.
Drums: Johannes B.

Freitag, 14. Juni 2013

CD-Review: Ysma - Vagrant


Info
Bandname: Ysma
Albumname: Vagrant
Musikrichtung: Progressive Rock/Metal
Erscheinungsjahr: 2013
Label: keins
Herkunft: Deutschland
Facebook: www.facebook.com/YsmaBand
Website: ysma.bandcamp.com

Und wieder wird es progressiv bei New Rock Reviews. Nach etwas Zeitaufwand rückt heute das Review für die Münsteraner Band Ysma und ihr Debütalbum „Vagrant“ in den Fokus. Das interessante hierbei ist, dass es sich bei Ysma um eine reine Instrumental-Band handelt. Das allein ist schon einmal ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen Bands auf dem Blog. Die große Frage lautet: Kann Ysma mich soweit überzeugen, dass sie für die neu eingeführte Wahl zum Newcomer des Jahres 2013 infrage kommen?

„Inchoate [Intro]“ wird getragen von sphärischen Gitarrenklängen und ein paar Klangeffekten im Hintergrund. Ein sehr mystisch anmutender Einstieg zu „Vagrant“, den man allerdings auch nur kurz genießen kann. „The Wanderer“ dagegen gibt dem Hörer gleich mit Metal-Riffing und Taktwechseln einen härteren Einstieg in das Hörvergnügen. Ab und an fühlt man sich leicht an das ein oder andere Metallica-Instrumental (mir kommt da speziell ...And Justice for All's „To Live is to Die“ in den Sinn) erinnert, aber auch Jazz-Passagen sind zu Hören. Mit anderen Worten: Bereits „The Wanderer“ bietet alles, was man sich von einem Progressive-Album wünschen kann: Taktwechsel, ausgefeiltes Songwriting und viel Abwechslung.

Mit „Remember Jenny Samkins“ legen Ysma wieder etwas ruhiger los. Der gesamte Song bleibt in dieser ruhigen, mystischen Stimmung und bietet so wieder Gelegenheit zum Nachdenken und Träumen. Generell habe ich das Gefühl, dass die Songs auch ohne Lyrics eine eigene Geschichte erzählen. Schon allein durch die Musik entstehen Bilder im Kopf, die Gesang einfach vollkommen überflüssig machen würden. „Auditory Cheesecake“ beginnt mit einem jazzigen Trompeten-Bass-Intro. Eine sehr interessante Kombination, der ein typisch progressiver Takt folgt. Das Songwriting lehnt sich hier stark an Opeth (und erneut einem Metallica-Instrumental, diesmal ist es Master of Puppets' „Orion“) an und ist deutlich näher am Metal orientiert als der Vorgänger-Titel.

Das Intro zu „Penumbra“ zeigt sich mit interessantem Picking und Fretless(!)-Bass von einer sehr interessanten Klangseite und der Song läuft insgesamt sehr ruhig durch. Hier fällt wieder der deutlich Rock-lastigere Stil auf. Ysma scheinen immer wieder vom einen Lied zum nächsten zwischen Prog-Rock und Prog-Metal zu wechseln. Eine interessante Herangehensweise und bei der Länge der Songs auch ohne Einwände zu empfehlen. Mit „Urville Citizen“ folgt eine Nummer, die meiner Meinung nach aus den durchweg hochkarätigen Songs hervorsticht. Das Intro bewegt sich noch in einem sphärisch-mystischen Klangbild, welches erst durch einsetzen der E-Gitarren durchbrochen wird und meine Annahme des Wechsels zwischen Prog-Rock und -Metal widerlegt, denn selbst innerhalb der Songs können Ysma vom einen zum anderen Stil springen. Wer den Klang der Band in einem Song dargeboten bekommen will: „Urville Citizen“ ist DIE Gelegenheit dafür.

„Flatland“ lässt wieder keine Kompromisse zu. Das ist Prog-Metal wie er im Lehrbuch steht. Viele Flageoletts im Gitarrenspiel, erneut einiges an Abwechslung, Taktwechseln und starkem Songwriting (siehe der Break Mitte des Songs mit anschließendem Metal-Riffing und Solo!). Momentan habe ich in noch keinem einzigen Song kritikwürdige Punkte gefunden und das setzt sich auch bei „Moth“ fort. Erneut erinnert mich das Intro leicht an Opeth. Auch bei „Moth“ bietet man dem Hörer wieder viel sphärische Riffs und einen netten Break, in dem der Bass die Hauptrolle spielt, hin zum Prog-Metal und einen weiteren Break mit kleiner Schlagzeug-Einlage, dem eine unglaublich sphärische Leadgitarre folgt, bei der ich unweigerlich immer wieder an Doctor Who denken muss. Das Riff am Ende dagegen zeigt wieder, dass die Gitarren definitiv auch in die Thrash-Metal-Szene passen würden. Respekt für das saubere Spiel!

„Primetime Dreaming“ ist eine kurze Gelegenheit zum erneuten Träumen und Eintauchen in die Klangbilder, die sich im Kopf bilden. Wer Musik liebt, hat an Songs wie diesen seinen Spaß! Auch „Clean“ bewegt sich auf einer ähnlichen Klangebene, mit Flageoletts und sauberem Picking, das einen gleich weiter (manchmal auch etwas vom „Hotel California“) träumen lässt. Die beiden Nummern sind definitiv ein Hörgenuss für Musiker und Musikliebhaber!

Es folgt mit „Alan Smithee's Suicide Note“ der längste Song auf „Vagrant“. Auch hier geht es wieder ruhig und mystisch los, doch wie man sich vielleicht schon denken kann, wenn man die vorhergehenden Songs gehört hat, bleibt es nicht dabei, denn Ysma sind für Überraschungsmomente gut. Schon die ruhigen Gitarrenparts sorgen für interessante Klänge (auch hier wird wieder viel mit Flageoletts gespielt). Abwechslung steht natürlich auf dem Programm und so kann man sich nach einer Weile wieder schön an progressiven Metal-Gitarren erfreuen. Selbst mit seinen fast zehn Minuten ist mir der Titel noch etwas zu kurz und besonders die Lead-Gitarre am Ende gibt einem noch einmal einen netten Kick. Für den Song kann ich nur sagen: 45 Minuten! Ist das zu viel verlangt? (Zur Not vielleicht bei einer Live-Version?) Mit „Kindermensch“ folgt leider auch schon der letzte Song des Albums. Das Intro erinnert mich diesmal leicht an das von Metallica's „Battery“. Die Jungs spielen wie schon bei fast allen vorhergehenden Songs durchweg mit den Klangeffekten, die sie zur Verfügung haben, und sorgen so für einen wirklich guten Abschluss für ihre Debütscheibe! Eigentlich gibt es nur einen einzigen Kritikpunkt an „Vagrant“ und der lautet:...

Fazit: ...Wo ist die Vinyl? Der Sound der Band ist richtig klasse, der Fakt, dass es sich hier um eine Instrumental-Band handelt, stellt die Musik noch mehr in den Vordergrund als bei den Bands, die ich bisher rezensieren durfte. Hier haben wir vier Musiker, bei deren Werk man sich voll und ganz auf die Musik konzentrieren und darin eintauchen kann, denn nicht Lyrics, sondern die Musik und dadurch fabrizierte Klangbilder erzählen eine Story. Aus diesem Grund bietet sich meiner Meinung nach allein schon aus klanglichen Gründen eine Vinyl eher an als CDs oder Downloads. Ysma hat Zukunft und zur eingangs erwähnten Frage gibt es nur eine Antwort: Der Zettel mit dem Namen der Band liegt schon seit der Hälfte des Albums im Lostopf, denn auch die Münsteraner durchbrechen aus meiner Sicht die magische 8-Punkte-Schallmauer für Debütalben.

Apropos Alben: Wem ich die Scheibe schmackhaft machen konnte, empfehle ich den Info-Abschnitt am Anfang des Reviews, denn auf der Website kann man „Vagrant“ für einen guten und definitiv lohnenswerten Preis erhalten.

Hörtipps: Puh, stellt mir mal eine einfachere Aufgabe! Alle, vielleicht aber besonders „Urville Citizen“ und „Alan Smithee's Suicide Note“. Alles subjektiv, natürlich ...

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Inchoate [Intro]
2. The Wanderer
3. Remember Jenny Samkis
4. Auditory Cheesecake
5. Penumbra
6. Urville Citizen
7. Flatland
8. Moth
9. Primetime Dreaming
10. Clean
11. Alan Smithee's Suicide Note
12. Kindermensch

Besetzung:
E- und Akustik-Gitarre: Daniel Kluger
E-Gitarre: Fabian Schroer
(Fretless)-Bass: Torge Dellert
Drums, Percussion, Trompete: Jens Milo

Samstag, 1. Juni 2013

CD-Review: The Aqualung - The Aqualung


Info
Bandname: The Aqualung
Albumname: The Aqualung
Musikrichtung: Alternative Rock
Erscheinungsjahr: 2013
Label: keins
Herkunft: Deutschland
Facebook: www.facebook.com/theaqualung
Website: www.theaqualung.de

Als ich den Bandnamen zum ersten Mal hörte, hatte ich sofort eine Querflöte und den Anfang des gleichnamigen Jethro-Tull-Titels im Ohr. Dabei haben The Aqualung nicht wirklich viel mit den britischen Progressive Rockern gemeinsam. Ob das Fehlen einer Querflöte bei dieser Band ein Vor- oder Nachteil ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich jedenfalls konzentriere mich erst einmal auf das gleichnamige Debütalbum.

Nachdem ich während den ersten Momenten des Instrumental-Openers „Immersion“ angenehmes Meeresrauschen wahrnehmen kann, machen auch die ersten musikalischen Klänge einen sehr ruhigen und entspannten Eindruck. Erst gegen Ende wird der Song etwas lauter, was sich jedoch als ganz gelungene Vorbereitung zu „My Anxiety“ herausstellt. Dieser kommt mit unglaublich wuchtigem Intro und Refrain daher und nur die Strophe nimmt den Wind aus den Segeln. Insgesamt eine wirklich gelungene Nummer.

Ich weiß nicht, woran es liegt, aber in letzter Zeit gibt es viele Bands, deren Stil mich entweder an Lostprophets oder Funeral For a Friend erinnert. Bei „Breaking“ habe ich sogar das Gefühl, dass es beide sind. Während die Strophe genauso gut auf dem ersten Prophets-Album hätte Platz finden können, ist die Melancholie im Refrain schon wieder ausschlaggebend für meinen FFAF-Eindruck. „... But We Will Never Surrender“ schlägt irgendwo in eine ähnliche Kerbe, allerdings gibt es hier einen kleinen Bruch im Song, der dem Hörer für einen kurzen Moment Ruhe gönnt und mir wirklich sehr gelungen erscheint.

Mit „A Way Out“ scheint der Stil etwas härter zu werden. Wie schon bei den Vorgängern ist auch hier einiges an Progressivität herauszuhören. Besonders gut gefällt mir der Effekt auf dem Gesang in der Strophe und der Drive des Refrains. Alles in allem ein sehr gelungener Titel. Den nächsten Hörtipp gibt es mit „On My Own“. Das sehr ruhige Intro lässt eine Ballade vermuten, auch die Stimmung während des Songs bleibt balladesk. Im Interlude gibt es kleinere Soundeffekte, die kurzzeitig fast wie Walgesänge klingen, bevor der Song dann wieder in sein Grundmuster übergeht. Mein absoluter Favorit auf der Scheibe.

Nach so viel Ruhe muss es jetzt auch wieder etwas lauter zur Sache gehen. Und genau das wird mit „Our Oceans“ auch geboten. Gelungen finde ich hier den absolut coolen, dunklen und progressiven Mittelteil, der mich mit etwas mehr Gain auf der Gitarre sogar an Opeth erinnert hätte. Richtig gut. Trotzdem finde ich den Song nach hinten heraus etwas zu lang, da ohne Gesang. Denn immerhin folgt mit „The Aqualung Part I“ das zweite Instrumental nach dem Opener. Hier wird der Progressive-Anstrich richtig deutlich. Schon allein die Länge des Songs sagt alles aus. Während der gesamten Spielzeit von 11:19 wird mir nicht einmal langweilig. Großes Lob an das Instrumental-Songwriting!

Fazit: „The Aqualung“ ist ein interessantes Debütalbum, das ich jedoch an der ein oder anderen Stelle vom Songwriting her etwas zu gut vorhersagen konnte. Ausgenommen sind hier die beiden Instrumentals „Immersion“ und „The Aqualung Part I“. Wenn die Jungs es schaffen, auf dem nächsten Album ein paar Titel mit unterschiedlicher Songstruktur einzubauen, sehe ich definitiv keine schlechte Zukunft für The Aqualung.

Hörtipps: „My Anxiety“, „On My Own“, „The Aqualung Part I“

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Immersion
2. My Anxiety
3. Breaking
4. … But We Will Never Surrender
5. A Way Out
6. On My Own
7. Our Oceans
8. The Aqualung Part I

Besetzung:
Gitarre, Gesang: Daniel Höft
Gitarre, Gesang: Johannes Schwitalla
Bass: Claas-Henning Dörries
Schlagzeug, Gesang: Cornelius Laube

Dienstag, 21. Mai 2013

CD-Review - Congoroo - No, Monkey no!


Info
Bandname: Congoroo
Albumname: No, Monkey no!
Musikrichtung: Alternative Rock
Erscheinungsjahr: 2012
Label: keins
Herkunft: Deutschland
Facebook: www.facebook.com/pages/Congoroo/130494203628041
Website: www.congoroo.de

Konzeptalben sind ja bekanntlich immer etwas schwierig zu verstehen. Dann aber auch noch ein Konzeptalbum als Debüt zu präsentieren ist ein wirklich gewagtes Experiment. Eigentlich. Congoroo aus Halle haben sich daran versucht und uns auf ihre gewagte Unternehmung aufmerksam gemacht. Mal sehen, ob die Platte unsere Bewertung bestehen kann.

„No, Monkey no!“ beginnt mit dem Song „Don't End Up“, der mit sphärischen Riffs und emotionalem Gesang eine leicht melancholische Stimmung verbreitet und doch eine gute Rocknummer darstellt. Dem folgt ein kompletter Stimmungsbruch. „Gibbon“ zeigt mit seinem Reggea-Anstrich in der Strophe und dem afrikanisch anmutenden Background-Gesang im ersten Refrain, dass die Einflüsse der Band sehr weit zu reichen scheinen. Der Titel zeigt schon einmal sehr gut, wo das Thema des Albums liegt, wenn man es durch den Namen noch nicht mitbekommen haben sollte.

Auch „One Day“ zeigt sich von einer komplett anderen Seite. Diesmal schlägt die Band in die Punkszene um. Das sorgt definitiv für Abwechslung und ist in meinen Augen ein richtig großer Pluspunkt. Auch der Break gegen Ende des Songs sorgt noch einmal für verdutzte Blicke meinerseits. Ein richtig guter Titel und mein erster Hörtipp. „Welcome to Hell“ verbreitet dann mit seinem ruhigen Intro, das mich von der Stimmung her leicht an Lostprophets' „Last Summer“ erinnert, eine mysteriöse Atmosphäre. Der Song selbst ist die erste ruhigere Nummer auf der Scheibe, eine gefühlvolle Halbballade, die man sich gern mehrmals anhört.

Mit „Good Luck“ geht es etwas rockiger weiter. Der Song wartet mit Southern-Rock-Gitarren und einem tollen Drive im Refrain auf. Dazu kommt das geniale Solo und fertig ist der nächste großartige Rocker. Mit „Ape of Hate“ folgt einer meiner absoluten Favoriten auf „No, Monkey no!“. Dschungelklängen im Intro folgen starke Metal-Anleihen, die durch den Breakdown im Song bestätigt werden. Und trotzdem sorgt auch diese Nummer durch die Strophe und den Part nach dem Hardcore-Refrain für echte Überraschungsmomente.

Jetzt ist aber auch mal eine richtige Pause nötig und die bietet die Band mit „So Small“. Bereits das Klavierintro impliziert eine Gelegenheit zum Durchatmen. Ein gefühlvoller Refrain und leichte Blues-Anleihen in der Strophe sorgen für eine großartige Rockballade. Rechnet man nun noch den explosiven Beginn des Solos dazu, hat man den nächsten Hörtipp. Ein Song der klassischen „Nothing Else Matters“-Art. Mit „Pray for Rain“ bekommt man auch schon wieder ein paar mehr BPM geboten. Der Titel verkörpert den klassischen Skate Punk, den man so auch schon von NOFX, Zebrahead und Kollegen gehört hat und der am Anfang jeder Teenie-Komödie laufen könnte (ihr wisst schon: Golden Gate Bridge, Cabrio, Sonnenschein, diese Art von Film).

Es folgt „Monkey Revolution“, eine Halbballade mit tollem Gitarrenspiel, klasse Songwriting und einem wirklich gefühlvollen Refrain. Alles in allem erneut ein Hörtipp, dem mit „You Say“ wieder eine sehr abwechslungsreiche Nummer folgt. Die Jungs kennen das Wort „Ausgewogenheit“ nicht nur, sie leben es. Der coole Groove der Strophe wird hauptsächlich getragen von einer tollen Bassmelodie, bevor es dann mit Einstieg der Gitarren sehr rockig wird. Später explodiert der Song in eine punkige Rocknummer und bietet mir noch ein wirklich cooles Solo nach dem Break. Ein Hörtipp? Definitiv, aber mir fällt es irgendwie wirklich schwer, einen Song nicht als Hörtipp zu nennen.

Wenn man jetzt denkt, dass jede Musikrichtung irgendwie abgedeckt wurde, belehren Congoroo einen erneut eines Besseren. „Hypnotize“ zeigt sich von der Nu-Metal-Seite, bietet Rap in der Strophe und ganz plötzlich und unerwartet bricht alles zusammen und man bekommt den Eindruck als wäre man von Limp Bizkit zu Johnny Cash weiter gereicht worden. Wer hier am Songwriting mäkelt, sollte dringend seine Musikkenntnis hinterfragen. Gerade als ich den Gedanken bekam, dass das Einzige, was dieser Platte jetzt noch fehlt, ein Akustiksong ist, bekomme ich „Hollow“ zu hören. Ja, ein Akustiktitel. Ein sehr gefühlvoller und nachdenklich machender Abschluss für das Album und der letzte Hörtipp, den ich noch vergeben kann.

Fazit: Abwechslung, Ausgewogenheit, weitreichende Einflüsse, großartiges Songwriting können mich mehr als nur überzeugen. Auch das Thema des Albums ist musikalisch recht häufig herauszuhören. Obwohl ich einer Debütplatte nie mehr als 8 Punkte gebe, ist „No, Monkey no!“ so genial, dass ich diese Schallmauer doch einreißen muss.

Hörtipps: „One Day“, „Ape of Hate“, „So Small“, „Hypnotize“, „Hollow“

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Don't End Up
2. Gibbon
3. One Day
4. Welcome to Hell
5. Good Luck
6. Ape of Hate
7. So Small
8. Pray for Rain
9. Monkey Revolution
10. You Say
11. Hypnotize
12. Hollow

Besetzung:
Gesang: Matze
Gitarre: Stefan
Gitarre: Max
Bass: Marcel
Schlagzeug: Gregor

Sonntag, 19. Mai 2013

CD-Review: Green Express - Gex



Info
Bandname: Green Express
Albumname: Gex
Musikrichtung: Alternative Rock
Erscheinungsjahr 2013
Label: keins
Herkunft: Brasilien
Facebook: www.facebook.com/greenexpressrock
Website: www.greenexpressrock.com


Der Seattle Sound aus Brasilien?
Das war mein erster Gedanke, nachdem der letzte Ton des Openers „Ice Road“ verklang.
Starke wuchtige Gitarren, prägnanter Bass und ein Gesang der sich unerbittlich in die Gehörgänge schraubt. Eine echte Überraschung und einer meiner Favoriten!
Der Alternative Rock, den uns „Green Express“ auf ihrem Debüt „Gex“ hier servieren ist geprägt von kleinen Gitarrenspielereien, tonnenschweren Melodien und einer wirklich schönen, echten Produktion.

Nach den moderaten Rockern „Bitter Romance“ und „Pipeline“ nehmen die Jungs das Tempo wieder etwas zurück. „Kill The Pain“ kommt mit einem sehr sphärischen Gitarrensound daher, die Leadgitarre lässt aufhorchen und der Refrain zwingt förmlich zum Mitsingen – eine sehr gelunge Halbballade.

„Hot City“ ist nicht die auffälligste Nummer des Albums, aber ein guter, etwas härterer Rocksong, der von „Evil Mind“ gefolgt wird: einer Powerballade, die durch eine interessante Melodieführung und einer wieder sehr angenehmen Leadgitarre zu überzeugen weiß.

Hervorzuheben ist neben dem stimmigen Instrumental „Station“ der etwas punkige „El Complemento“. Eine willkommene Abwechslung mit einem sehr treibendem Rhythmus und wiedereinmal netter Lead!

Zum Thema Abwechslung muss ich leider sagen, dass sich der ein oder andere Song etwas ähnelt – oder zumindest, dass sich die Grundstimmung einzelner Nummern wiederholt.

Nach dem wirklich gelungenem und ein wenig an die „Foo Fighters“ erinnernden „Elevator“ (welcher im Mittelteil imposant mit Effekten spielt) folgt mit „Mary Me“ mein zweiter Favorit.
Eine Prise „Smashing Pumpkins“, ein wenig „Alice in Chains“ und schon haben wir einen sehr schönen Abschluss des gesamten Albums. Ruhige, cleane Gitarren verleihen diesem Song etwas Schwebendes; die Weite, die der Gesang erzeugt, sucht ihresgleichen – ein richtiger Hit!

Fazit:
Eine schöne Scheibe für Grunge und Alternative Rock Fans. Der Seattle Sound definitiv nicht nur als lauer Aufguss (zumal die Platte auch in Seattle, WA gemastert wurde!).
Als einzige Schwäche des Albums muss ich sagen, dass die Abwechslung für meinen Geschmack etwas zu kurz kommt.
Trotzdem, gutes Album mit vielen guten Songs!

Hörtipps: „Ice Road“, „Kill The Pain“, „Station“ und „Mary Me“ (der Hit)

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Ice Road
2. Bitter Romance
3. Pipeline
4. Kill The Pain
5. Hot City
6. Evil Mind
7. Station
8. Yellow Lane
9. El Complemento
10. Lovin' Hit
11. Underground Gold Mine
12. Show Me Power
13. Elevator
14. Mary Me


Besetzung:
Vocals, Guitar: Daniel Green
Guitar: Lipes
Bass: Butch
Drums: Tomaz Lenz

Mittwoch, 15. Mai 2013

CD-Review: Brawl Between Enemies - Rats Get Fat While Good Men Die




Info
Bandname: Brawl Between Enemies
Albumname: Rats Get Fat While Good Men Die
Musikrichtung: Beatdown, Hardcore
Erscheinungsjahr: 2013
Label: One Life One Crew
Herkunft: Deutschland
Facebook: http://www.facebook.com/bbeastside

Einen wunderschönen Tag und herzlich willkommen zur weiteren Ausartung in Form eines Review! Die Abrissbirne, welche heute den Weg in mein Audiowiedergabegerät gefunden hat, schimpft sich „Brawl Between Enemies“ alias „BBE“ alias „225“ und weiß der Teufel was die Ghettofaust da noch herhält, jedenfalls sollte man den Hodensack in kaltes Wasser hängen bevor man sich die Scheibe injiziert! Die Musikrichtung empfiehlt sich Beatdown zu nennen und beruht weniger auf Melodie oder Harmonie, sondern hauptsächlich auf Rhythmik. Wer also auf knallhartes Gepolter steht und Distortion im Ultra Gain bevorzugt, der ist hier an der richtigen Adresse.

Das Album beginnt mit dem Titel „Intro“ – na ja, wie soll ich sagen, ist eher eine kurze Geräuschkulisse, bei der sich jeder selbst ein Bild machen kann, was er da hört. Ist aber musikalisch nicht relevant. Weiter geht’s sofort mit einem kurzen Brecher – „Rat Hunt“ beginnt mit ordentlich Beats pro Minute und wird zwei mal im Beat gebrochen und verlangsamt – ist in Ordnung, allerdings vielleicht schon etwas zu fett abgemischt, da sich die Spuren zu verschlucken scheinen, das kann aber auch persönliches Empfinden sein. Die Gesangsspur lässt natürlich sofort Hardcoreherzen höher schlagen, denn es ist genau das wofür moderner Hardcore steht – Once you´re in, you can never quit! Entweder steckt man bis zum Hals im Stil oder man wird weggestampft. Das ist für mich das eigentliche Intro, da es einen gewissen musikalischen Vorgeschmack gibt. Das Gute an der Geschichte – jetzt ist klar, was auf der Scheibe geboten wird.

Da folgt auch schon „Addiction“ – ordentliches Schlagzeuggepolter, welches von einem einfachen, verzerrten Gitarrenchord untermalt wird. Der Breakdown folgt auf dem Einsatz des Gesangs. Durchaus eine interessante Mischung aus Rhythmuswechseln, Riffing und Hardcoregangshouts, das macht sogar Laune. Minuspunkt ist aber wieder das Mixing, da kommen wahrscheinlich die wenigsten Heimanlagen mit der Verzerrung klar – ich hab´s auf 3 Anlagen getestet und nur ein teures Musiksystem mit „B“ beginnend und auf „ose“ endend, konnte den Signalfluss so wiedergeben, dass nicht ständig das Blut aus den Ohren schoss, aber das wird wohl bezweckt gewesen sein, denn es ist ganz klar eine moderne Produktion.

OK, als weichgespülter Hörer,  brauch ich ne kurze Pause – da kommt mir das Soundschnipsel aus einem Film, welches das Intro zu „Fuck The World“ bildet gerade recht, aber die Keule hält nicht lange still – das Riffing lässt erst ein etwas an Six Feet Under erinnern – Bässe bis der Arzt kommt und dann der Slowdown, der eine super Einleitung zum Riffgeladenen Hauptteil des Songs abgibt, welcher an Ice T und Chris Barnes´ „One Bullet Left“  (meine Meinung) angelehnt ist. So wird’s definitiv nicht langweilig. Der Song artet laut Musikrichtung natürlich auf reiner Rhythmusspur aus und beinhaltet wieder schubkarrenweise Hardcore-Attitüde.

„Cockpunch“ schleicht hinterher und es obliegt mir zu sagen, was dieser Titel für eine Aussage ver(schwell)körpert. Das kann man lächerlich oder absolut stark finden, da will ich mich nicht drüber auslassen. Es sollte ja klar sein worauf man sich eingelassen hat, wenn man diese CD ersteht. Der Titel ist aber erstaunlich schnell vorbei – soll also heißen, dass er kurzweilig durch den Gehörgang brüllt - aber nicht sonderlich einprägsam ist.

„Built On Respect“ ist von Anfang an anders. Da kommt recht schnelles Riffing, geslided und sehr angenehm eingängig gespielt; dann walzt es wieder und dann knallen wieder die Riffs. Zusammen mit dem Gesang definitiv das Highlight auf dem Album, das ist aber auch dem Mixing zu danken. Komischerweise sind hier die Bässe ein etwas heruntergedreht und da schrotet es einem gleich ganz anders die Rübe weg. Auch wenn das Kinski-Zitat zum Ende des Songs einen etwas aus dem Konzept wirft, ist es sehr professionell eingebunden. Ich hätte mir mehr solcher Songs gewünscht, aber das ist ja kein Wunschkonzert.

„Boston Zkit“ ist ein kurzer Interviewausschnitt und wieder nicht aussagekräftig genug, um musikalische Relevanz anerkannt zu bekommen. Es ist ein Lacher zwischendurch, nicht mehr und nicht weniger.

Und zurück in der Gruppe der anonymen „Beatdown“-holiker erklimmt mit „Metal Rulez“ die Rhythmik ein bisschen den Zenit der Zumutbarkeit; an und für sich gar nicht so schlecht der Titel, allerdings nervt hier das vermeidliche Übersteuergepolter in Symbiose mit dem wirklich sehr gestreckten Beat. Das zieht sich unnötig und schmälert leider den Wert des Titels ein wenig.

Vorhang auf,  es geht in eine Runde Neuland – „Let The Fat Boys Roll“ ist das bekannte Geknüppel des Albums, aber man hat ne deutschsprachige Passage – nicht sonderlich laut, aber gut verständlich... ist das vielleicht ein verdecktes „Bekennerschreiben“ das man aus Deutschland kommt? Der Qualität des Textes kann ich nichts abgewinnen, aber es ist auf jeden Fall mal etwas anderes und das wird bestimmt vielen Hörern des Genres gut schmecken!

„You Lost“ beginnt wieder mit einem Filmzitat und verbreitet eine etwas verzweifelte Stimmung. Durchaus angemessen – das Riff ab der Mitte des Songs geht ordentlich ins Blut, coole Midtemponummer und gelungene Gangshouts, das muss ich den Jungs echt zu Gute halten.

Und da kommen wir auch schon zum musikalischen Abschluss des Albums. „Eastside Business“ ist ein weiterer Titel, welcher von deutschsprachigen Passagen geprägt ist. Das ist zwar eiskalter Rap - reine Geschmacksache - aber die Jungs haben sich ne ordentliche Birne gemacht, um das Album noch mit einem kräftigen Knall zu beenden, das ist definitiv auch gelungen, denn das Riffing passt, der Gesang geht ins Ohr und der Rhythmus steht wie eine 1000jährige Eiche. Ich hätte mir nur eine etwas mehr zeitliche Distanz zwischen den beiden Titeln mit den deutschsprachigen Passagen gewünscht, um das Album allgemein abwechslungsreicher zu gestalten, aber das ist auch wieder nur meine Meinung.

Das „Outro“ ist wie das „Intro“, nur etwas länger– und damit nicht wirklich zum musikalischen Geschehen der Scheibe zu zählen.

Ich hatte Spaß das Album zu hören und hätte nicht gedacht, dass es dann doch noch so vielseitig daherkommt. Damit wünsche ich den Jungs noch viel Erfolg – ich bin jetzt inside and out, oder so.

Vielen Dank fürs Lesen und einen schönen Tag noch!

Hörtipps: Addiction, F.T.W., You Lost, Eastside Business

Bewertung: 7  von 10 Punkten

Tracklist:

01. Intro

02. Rat Hunt

03. Addiction feat. Finn Cop
04. F.T.W.
05. Cockpunch
06. Built On Respect
07. Boston Zkit
08. Metal Rulez
09. Let The Fat Boys Roll
10. You Lost
11. Eastside Business feat.Trust No One

12. Outro




Besetzung:
Vocals:                         Rob
                                   Phips
Bass:                           Hien
Guitar:                         Tony
Drums:                        Christian

EP-Review: Less To Forget - What Dreams May Come




Info
Bandname: Less to Forget
Albumname: What Dreams May Come
Musikrichtung: Metalcore
Erscheinungsjahr: 2012
Label: ohne
Herkunft: Deutschland
Facebook: www.facebook.com/pages/Less-To-Forget

Herzlich willkommen zu New Rock Reviews! Das heutige Review dreht sich um die EP „What Dreams May Come“, der labellosen Band „Less to Forget“. Die EP ist in flotten 20 min durch und bewegt sich im Metalcorebereich – klar, das ist ein dehnbarer Begriff, aber was da genau jeder Einzelne heraushört, obliegt meiner Vorstellungskraft.

Das Intro, schimpft sich auch schon gleich „What Dreams May Come“ und bietet mit Gangshouts sowie klarem Rhythmusgehämmer eine solide Grundlage in weniger als einer Minute – außerdem bietet es einen fließenden Übergang zum Titel „Moving Mountains“ der sich als ordentlicher Brecher mit allen Mitteln in den Gehörgang schraubt und melodiös als auch rhythmisch eine super Performance hinlegt. Die Produktion ist sauber und sehr professionell, da denkt man nicht wirklich an eine Hobbykombo oder ähnliches. Stereotypisch ist die Songstruktur zwar schon, aber es klingt einfach sehr einladend.

Es prügelt „Nothing More“ um die Ohren. Für mich der anspruchsvollste Song, da er mit vielen unterschiedlichen Riffpassagen glänzt und das Schlagzeug Taktwechsel en mass bietet. Das macht schon Spaß zu hören. Da stört auch der übertriebene Halleffekt nicht, welcher sich wie ein Donnergrollen auf die Snare klemmt. Über den Gesang kann ich nicht wirklich meckern, der ist der Musikrichtung entsprechend und röhrt sich durch die gesamte EP. Das ändert sich auch bei „Lifeless“ nicht. Die Melodien sind tragend und der Rhythmus niederschmetternd; der Gesang macht eben auch hier was er genrebezogen machen soll. Somit geht allerdings ein etwas die persönliche Note unter. Das wirkt schon nicht mehr so frisch, aber gut, das muss man dann nicht schlecht reden. Da spielt vielleicht auch etwas persönliches Empfinden eine Rolle.

„Falling Asleep“ schiebt sich direkt hinten dran. Das Songwriting wird nicht kreativer, aber der Sound wird ein wenig satter, das ganze Klangbild wird durch offene Akkorde gut ausgemalt und ermöglicht einen kleinen Sprung in Richtung Abwechslungsreichtum.

Ok, da fehlte mir noch eine kleine Sache, bei einer EP wie dieser – na klar! Die Effektpalette - abgesehen von den Verzerrungen versteht sich.

„Tides“ eröffnet mit dem Telefonfilter auf der Gitarre und macht ehrlich gesagt einen sehr belebenden Eindruck. Der Beat treibt gut voran und die Lead macht hier einen netten Sound. Abwechslungsreich und auch mit Slides im Akkordwechsel, lässt der Titel die EP sehr angenehm ausklingen.

Es bleibt ein positiver Nachgeschmack auf der Zunge. Die EP kling frisch und professionell, da beißt die Maus keinen Faden ab. Für Genrefans eindeutig ein Leckerbissen, für ungeübte Hörer teilweise schwer von anderen Genregrößen zu unterscheiden – das kann gut, aber auch schlecht sein. Als Kirsche auf dem Sahnehäubchen hätte ich mir noch die eine oder andere Gesangspassage clean gewünscht. Ich denke, das könnte die Formation auch gut vertragen. Alles in Allem bin ich aber sehr zufrieden und hoffe, dass mich die Jungs demnächst mit einem Album in den Bann ziehen. Live sollte man sich von den Qualitäten vermutlich auch noch überzeugen, da geht bestimmt ordentlich die Post ab!

Bis dahin verbleibe ich mit den besten Grüßen

Der Ron

Hörtipps:
Moving Mountains
Nothing More
Tides

Bewertung: 7  von 10 Punkten

Tracklist:
01. What Dreams May Come
02. Moving Mountains
03. Nothing More
04. Lifeless
05. Falling Asleep
06.
Tides


Besetzung:
David - Gitarre
Eric - Gitarre
Ricardo – Bass/ Gesang
Jonas - Drums
Daniel - Gesang